Schufa Selbstauskunft 

Die Schufa Selbstauskunft kann jeder Bürger, bei dem Daten bei der Schufa vorliegen, einholen. Sie wird gemäß § 34 des BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) kostenlos erstellt, die Schufa ist - wie alle Auskunfteien - seit dem Jahr 2010 gesetzlich dazu verpflichtet. Alternativ bietet sie einen kostenpflichtigen Online-Zugang für einmalig 18,50 Euro und eine Bonitätsauskunft für 10,- Euro an.


Wozu ist die Schufa Selbstauskunft nützlich?

Wer einen Kredit aufnehmen, einen Handyvertrag abschließen, ein Konto eröffnen oder eine Wohnung mieten möchte, benötigt zeitweise die Informationen von der Schufa. Er kann damit bei Vertragspartnern Vertrauen einwerben. Das ist jedoch nicht der Hauptgrund, warum Personen die Selbstauskunft einholen. Die Vertragspartner holen sich die Informationen ohnehin bei der Schufa. Wichtiger ist, dass jeder persönlich darüber informiert ist, was bei der Schufa über ihn gespeichert wurde und wer diese Daten in letzter Zeit abgerufen hat. Ein sehr wesentlicher Punkt: Die Daten sind nicht immer korrekt. Es sind zwar nicht viele Fälle, nach Recherchen der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2010 sind 1 Prozent der Daten falsch, 8 Prozent veraltet. Dennoch können Personen, die falsche Daten über sich entdecken, deren Löschung oder Korrektur verlangen. Das kann bisweilen die Voraussetzung sein, um wieder kreditwürdig zu werden.


Die kostenlose Selbstauskunft einholen

Die Möglichkeit, die Selbstauskunft kostenlos einzuholen, ist auf der Seite der Schufa nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Der Nutzer erfährt faktisch von der Schufa selbst nicht, dass die Auskunft komplett kostenlos zugestellt wird, und zuvor hat er schon diverse Informationen über kostenpflichtige Zugänge erhalten. Ein kostenpflichtiger Online-Zugang (für 18,50 Euro) kann nützlich sein, wenn jemand starke Veränderungen bei seiner Kreditaufnahme oder -Tilgung erlebt und den aktuellen Status innerhalb von Wochen und Monaten immer wieder überprüfen möchte. Für alle anderen Personen, denen eine jährliche kostenlose Auskunft genügt, reicht die Zustellung durch die Schufa. Diese wird wie folgt eingeholt:
1. Sie rufen die Webseite der Schufa auf ( https://www.meineschufa.de )
2. Sie klicken auf "Service" > "“Formulare und Broschüren”
3. Sie klicken unten rechts auf "Bestellformular" (für die Datenübersicht nach §34 BDSG)
Sie erfahren dabei immer noch nicht, dass Sie die Übersicht kostenlos erhalten, sie wird auf dem Postweg zugesandt. Die Klicks für den kostenpflichtigen Online-Zugang und andere kostenpflichtige Services sind gleich daneben. Die Schufa muss Ihnen aber die Auskunft einmal jährlich kostenlos zustellen.


Was enthält die Schufa Selbstauskunft?

Grundsätzlich muss die Selbstauskunft alle Daten über die Person enthalten, des Weiteren den Zweck der Speicherung, die Herkunft der Daten und die Stellen, die sie erhalten haben. Auch ein gespeicherter Scoring-Wert muss bekannt gegeben werden (§34 IV BDSG), selbst dessen Zusammensetzung muss die Schufa offenlegen. Die unentgeltliche Zustellung all dieser Daten ist im §34 VIII BDSG festgelegt. Die Schufa selbst formuliert das alles schwammiger, sie möchte Personen dazu bewegen, den kostenpflichtigen Zugang zu nutzen. Bei ihr heißt es sinngemäß, dass die Schufa Selbstauskunft Auskünfte für Geschäftspartner enthält, die vertrauensbildend wirken, dass es verschiedene Auskünfte für Geschäftspartner und für die anfragende Person selbst gibt, dass die Auskunft für die Geschäftspartner nicht alles enthält, sondern nur die zur Vertrauensbildung nötigen Daten und schließlich, dass eine ganz persönliche Auskunft restlos alle Daten enthält. Man würde damit alles unter Kontrolle behalten. Diese Darstellung ist irreführend. Natürlich kann jemand eine vertrauensbildende Schufa-Auskunft einem Geschäftspartner vorlegen, wie immer die auch aussehen mag. Der Geschäftspartner holt sich allerdings in jedem Fall seine eigenen Informationen bei der Schufa, und diese sind dann umfassend.
Zur Schufa-Bonitätsauskunft merkt die Schufa selbst an, dass man Briefpapier mit Wasserzeichen nutzen würde, um das Vertrauen und die Sicherheit zu stärken. Diese Bonitätsauskunft kostet 10 Euro jährlich, die Daten können über den 18,50 Euro - Online-Zugang permanent eingesehen werden. Wie oben erwähnt kann das bei wechselnden finanziellen Verhältnissen vorteilhaft sein, der Online-Zugang besteht nach einmaliger Zahlung unbefristet. Er enthält auch einen Update-Service, der beispielsweise die Möglichkeit beinhaltet, jederzeit einen Identitätsmissbrauch persönlich festzustellen. Das bietet die Schufa für 100 Tage kostenlos an, dann beginnt eine Vertragslaufzeit, die 10 Euro jährlich kostet und die Bonitätsauskunft enthält. Das ist insgesamt nicht schlecht. Die kostenpflichtigen Leistungen können so verstanden werden, dass für 18,50 Euro einmalig ein zeitlich unbegrenzter Online-Zugang zu den eigenen Schufa-Daten besteht. Für 10 Euro jährlich erhält man - wie oft? (nicht ersichtlich) - eine Bonitätsauskunft von der Schufa. Hierzu muss man wissen, dass Vertragspartner die Bonität einer Person unterschiedlich bewerten. Jede Bank, jeder Vermieter, Telekommunikationsanbieter und Kreditgeber hat eigene Kriterien, wem er Kredit gewährt. Als Anhaltspunkt hinsichtlich der eigenen Bonität können sich dennoch 10 Euro jährlich lohnen.


Detaillierte Informationen innerhalb einer Schufa Selbstauskunft

Für die eigene Verwendung enthält die Selbstauskunft alle Details zum eigenen Zahlungsverhalten. Dazu gehören zunächst alle Personaldaten wie Name, Geburtsdatum und -Ort, aktuelle und frühere Anschriften. Hinzu kommen die von Vertragspartnern gemeldeten Informationen. Das sind:
-Kreditverträge, Leasingverträge inklusive Betrag, Laufzeit, auch vorzeitiger Erledigung
-Girokonten
-Kreditkarten
-Telekommunikationsverträge
-Kundenkonten beim Handel

Von Verträgen abweichendes Verhalten wird ebenfalls aufgeführt. Dazu gehören:
-fällige, angemahnte Forderungen, die nicht bestritten sind
-Forderungen nach Gerichtsentscheidung sowie deren Erledigung
-Missbrauch eines Kontos (Giro oder Kredit) nach Nutzungsverbot

Angaben aus öffentlichen Verzeichnissen sind ebenfalls aufgeführt. Dazu gehören:
-eidesstattliche Versicherung oder der Haftbefehl zu deren Erzwingung
-Eröffnung der Privatinsolvenz
-Abweisung des Insolvenzverfahrens mangels Masse

Auch Angaben zu Identitätschecks im Internet werden in der Schufa Selbstauskunft gespeichert. Diesen Check führen bisweilen Online-Shops durch, um dem Internetbetrug vorzubeugen.